Kontaktstudium- Archiv

 

Wintersemester 2009/2010

„Gott und die Frage nach dem Glück. Anthropologische und ethische Perspektiven.“

Prof. Dr. Christoph G. Müller, Rektor

 

Programm und Einladung zum Download

Sommersemester 2009

 Wallfahrten und heilige Stätten in Geschichte und Gegenwart

 Übersicht zum Download

 

Wallfahrten und heilige Stätten in Geschichte und Gegenwart

 

05. Mai 2009

 

Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern“ (Ps 122,1)

Prof. Dr. theol. Dr. phil. Bernd Willmes, Fulda

Berichterstattung von Hermann Joseph Konze

 

12. Mai 2009

 

Stephan von Clodh OSB als Probst von St. Michael und das barocke Wallfahrtswesen in Fulda

Prof. Dr. theol. Werner Kathrein, Fulda

 

 

19. Mai 2009

 

Wallfahrten im Spannungsfeld von Aufklärung und Säkularisation

Dr. theol. Michael Müller, Bad Soden-Salmünster

 

26. Mai 2009

 

Der Jakobsweg – im Mittelalter und heute

PD Dr. Reinhard Chiari, Fulda

 

 

 Wintersemester 2008 / 2009

 Paulus - Biographie und Theologie

War er das Enfant terrible des Urchristentums? War er der vielleicht originellste Denker der frühen Kirche? An Paulus kommt niemand vorbei, der das Werden des christlichen Glaubens zu verstehen sucht. Doch schon zu seinen Lebzeiten war er schwer einzuordnen, schon bald gab es Schüler, aber auch Gegner. Mehr als die Hälfte der neutestamentlichen Schriften haben direkt oder indirekt mit Paulus zu tun. Was können wir über ihn in Erfahrungen bringen, über seine Persönlichkeit und sein Denken? Was sind die grundlegenden Themen seiner Theologie? Das Paulusjahr 2008/2009 ist eine Einladung, solchen Fragen nachzugehen. 

Die Briefe des Apostels Paulus zeigen, dass die Ent­wicklung der Grundlinien paulinischer Theologie in Kommunikationsvorgängen mit frühchristlichen Gemeinden Ausdruck gefunden hat. Das schlägt sich insbesondere in ekklesiologischen Fragestellungen nieder, betrifft aber auch die Kreuzestheologie und seine Rechtfertigungslehre. Dafür soll der Blick der Teilnehmenden im Kontaktstudium geschult werden. 

Im Namen der Theologischen Fakultät sowie der eingeladenen Paulus-Experten heiße ich Sie herzlich willkommen!

Prof. Dr. Christoph Gregor Müller

 

Presse

Bereit sein zu hören - Fragen über Paulus - Bonifatiusboten Nr. 44

 

 

Paulus – Biographie und Theologie

 

28. Oktober 2008

Das Paulusbild der Apostelgeschichte und die antike Biographie

Prof. Dr. Bernhard Heininger, Würzburg

FZ vom 31.10.2008

 

4. November 2008

“Ihr seid der Leib Christi” – Aspekte des paulinischen Gemeindeverständnisses

Prof. Dr. Maria Neubrand MC, Paderborn

Hermann-Joseph Konze berichtet

 

11. November 2008

Paulus und seine Mission

Prof. Dr. Thomas Schmeller, Frankfurt/M.

Hermann-Joseph Konze berichtet

 

18. November 2008

Der Apostel als Theologe und Prophet

Dr. Andrzej Najda, Warschau

Hermann-Joseph Konze berichtet

 

25. November 2008

„Mache dich auf, werde Licht!“

Zwischen Bach-Nachfolge und romantischem Stil: Mendelssohns Oratorium „Paulus“

Prof. Dr. Albrecht Goebel, Koblenz

Hermann-Joseph Konze berichtetFuldaer Zeitung

 

2. Dezember 2008

„Paulus“ in der Kunst – Bilder des Glaubens"

Prof. Dr. Max-Eugen Kemper, Rom/Fulda

Hermann-Joseph Konze berichtet / Fuldaer Zeitung

Bericht der Bischöflichen Pressestelle

 

 

 

 

Sommersemester 2008

 Freie Zeit - Geschenkte Zeit: Erfahrungen mit dem Phänomen Zeit

„Haben Sie Zeit für mich?“ Diese Frage an Bekannte und Unbekannte gestellt, kann viele Reaktionen hervorrufen: Was will er oder sie von mir? Werde ich unbedingt gebraucht, habe ich Lust, für ihn oder sie da zu sein, stiehlt er oder sie meine Zeit? Unsere christlich-jüdische Tradition hat die Zeit schon immer gegliedert. Die Stundengebete sind ebenso Zeichen dafür wie die Gliederung der Woche, des Kirchenjahres und die Lebenszeit. „Alles hat seine Zeit“ sagt der Prediger Kohelet. In vier unterschiedlichen Perspektiven stellen wir uns dem Phänomen. Die Rolle des Sabbats und des Sabbatjahrs wird in Blick genommen. Die Frage nach der Zeitdimension im Klosterleben, verbunden mit unserer Beobachtung, wie viele Leute sich auf Zeit davon angezogen fühlen. Das Problem nach der Zeit im Alter und im Warten auf die Vollendung ist zu bedenken, sowie die Frage, welche kirchlichen Angebote der Qualifikation der Freizeit dienen.

Wir laden Sie ein, sich zum Kontaktstudium Zeit zu nehmen. 

Prof. Dr. Richard Hartmann

 

Die Vorträge

 


Freie Zeit – Geschenkte Zeit: Erfahrungen mit dem Phänomen Zeit

 

6. Mai 2008

Vom Sabbat zum Sabbatjahr

Prof. Dr. theol. Dr. phil. Bernd Willmes, Fulda

Fotos: Wluka

Der Fuldaer Alttestamentler Prof. Dr. Dr. Bernd Willmes hielt im gut gefüllten Auditorium Maximum den Vortrag am ersten Abend des Kontaktstudiums im Sommersemester 2008. Auch thematisch widmete sich Willmes Eingangsfragen der Thematik. In der Regel, so Bernd Willmes, bietet sich das Wochenende an, um gemeinsame Zeit - freie Zeit - mit Familie und Freunden zu verbringen und  diese - idealerweise - sinnvoll zu füllen. Professor Willmes erläuterte in seiner Darstellung dann die alttestamentlichen Grundlagen und die Entwicklung des Sabbats, also desjenigen Tages, der auch die Hintergrundfolie für den Sonntag als christlichen Feiertag bildet. "Christen haben gegen den Willen Gottes, der das Sabbatgebot nie aufgehoben hat – auch Christus nicht –, später den Sabbat (...) durch den Sonntag als Tag der Auferstehung Christi abgelöst. Immerhin haben sie dabei den Gedanken der Arbeitsruhe auch für die abhängig Beschäftigten übernommen und den des Gottesdienstbesuchs am Tag des Herrn. Für Einzelfragen zur Feier des Sonntags gelten sicherlich auch weiterhin die Grundsätze, die Jesus für den Sabbat aufgestellt hat: Der Sonntag ist für den Menschen da, und es ist erlaubt, am Sonntag anderen aus einer Not zu helfen, ihnen Gutes zu tun," so Willmes am Ende auch kritisch. Zuvor hatte er die Frage nach der Herkunft des Sabbats beleuchtet, notwenig, da es zwischen den beiden bekanntesten Formulierungen des Sabbatgebotes im Dekalog (Ex 20,8-11 und Dtn 5,12-15) durchaus Unterschiede gäbe. Eine wichtige Vorstufe sei das Verständnis des siebten Tages als eines Ruhetages wie es etwa im Bundesbuch (Ex 23,12) oder in Ex 34,21 gefordert sei. Als theologische Begründung des Sabbatgebotes sei zum einen eine schöpfungstheologische (Vgl. Ex 21,11)  zu nennen: weil auch Gott am siebten Tag nach der Erschaffung der Welt ruhte sowie eine heilsgeschichtliche (Vgl. Dtn 5,15): der Sabbat als Feier des Herrn im Gedächtnis an die Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten. Jedoch bleibe offen, so Willmes weiter "wie man den Sabbat heiligen oder halten soll, ... wenn wir von dem Verbot der Arbeit absehen." Bevor die Regelungen zum so genannten Sabbatjahr thematisiert wurden - eine Zeit die für viele Menschen heute, freilich unter einem anderen Aspekt, wieder als "Auszeit" aktuell ist -, wurde noch ein Blick auf die Bemerkungen zum Sabbat bei den Propheten und anderen nachexilischen Texten geworfen.  Das Sabbatjahr im AT umfasst die  Phänomene des Brachjahres als Schutz des Landes und des Erlassjahres (von Schulden). Im Anschluss an den Vortrag schloss sich eine kurze Diskussionsrunde an.

Siehe auch hier: Presse

 

13. Mai 2008

„Gottes geschenkte Stunden – Freizeit und Klosterleben“

Dr. theol. Ute Leimgruber, Fulda

Zeit als Geschenk Gottes? Noch dazu Freizeit? Ist Freizeit denn überhaupt „freie Zeit“? Denn im Grunde scheint heutzutage nichts seltener geworden zu sein als freie Zeit. In diesem Zusammenhang warf an diesem Abend Dr. Ute Leimgruber den Blick auf  Klöster. Sie können Orte sein, an denen der moderne Mensch überhaupt einmal zur Ruhe kommen kann, wo er oder sie Ruhe – und damit eine bestimmte Dimension von Zeit erfährt. Je komplexer die Welt wird, umso weniger Zeit glauben wir zu haben, umso mehr Wahlmöglichkeiten pro Zeiteinheit stehen zur Verfügung.

Lesen Sie hier mehr darüber.

 

20. Mai 2008

Altern inmitten verlängerter Lebensspannen und verkürzter Jenseitsvorstellungen

Dr. theol. Dipl. psych. Ulrich Feeser-Lichterfeld, Bonn

Aus Bonn angereist - vom Institut für Wissenschaft und Ethik - war an diesem Abend Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld. Er betrachtete das Thema der Freizeit aus einem u.a. psychologischen Blickwinkel.. Nach seiner Feststellung, dass der demographische Wandel sich als "Trend zur Hochaltrigkeit" darstelle, zeigte er eine kleine Phänomenologie eines verlangsamten Alterns auf: das Alters stelle sich sehr vielgesichtig dar, Pflegebedarf steige und auch - obwohl teilweise verschwiegen - bereite das bevorstehende Lebensende vielen Menschen existentielle Sorgen. Ein Grundentscheidung stehe an: Versteht man das Alters als Last mit der Folge,  "Anti-Aging" zu betreiben, oder begreife man das Alter auch als Chance - akzeptiere man es: sowohl persönlich als auch innerhalb der Gesellschaft!?

Der Mensch finde sich - auch wenn er nicht alt, sondern jung sei - immer in je verschiedenen Lebensaltern wieder. Hier gelte es, das "Alter" je neu als eine "die Lebenszeit prägende Zeitform" mit einem theologischen Sinngehalt zu füllen. Kennzeichen der heutigen Zeit sei jedoch eine Krise der "eschatologischen Rede" und damit auch der theologischen Lebensdeutung: wenn der Mensch von der Zukunft (der Zeit nach dem Tod) nichts mehr erwartet, dann muss er in diesem Leben alles erreichen.

Siehe auch hier: Presse

 

27. Mai 2008

Kirche als Freizeitunternehmen? Kriterien einer Pastoral der Freizeit

Prof. Dr. theol. Richard Hartmann, Fulda

Zum Abschluss der Vorlesungsreihe in diesem Semester unternahm der Fuldaer Rektor und Pastoraltheologe Prof. Dr. Richard Hartmann eine Tour d'Horizont durch das Verständnis von Freizeit im Hinblick auf die Kirche und entwickelte eine mögliche Pastoral der Freizeit. "Es war noch zu meinen Kaplanszeiten", so begann Hartmann seinen Vortrag im wieder vollbesetzten Auditorium Maximum, "als wir mit Jugendlichen das Kloster Engelthal in der Wetterau besuchten. Ein Teenager fragte (...) die Schwester, ob sie denn auch Zeit für sich habe. 'Was meinst du denn so?' entgegnete die Schwester. Das Mädchen offen, 'So Zeit um sich zu schminken und schön zu machen.'"

Daran zeige sich, dass Freizeit als ungeplante Zeit, als "Zeit für mich" heute zu den "Selbstverständlichkeiten der Lebenskonzepte" zähle. Nach einer sich daran anschließenden ausführlicheren Begriffsbestimmung "Freizeit - was ist das?" ging Hartmann auf die Freizeitkritiken u.a. von Max Horkheimer und Theodor Adorno ein.  "Gäbe es die Freizeit nicht, hätte Kirche keine Chance", so die provozierende These im folgenden Abschnitt über das "spannende Verhältnis" von Kirche und Freizeit. Es müsse deutlich werden, dass "Freizeitpastoral (...) nicht zu einem Konkurrenzangebot am Freizeitmarkt verkommen" dürfe. Kirche und Freizeitpastoral müssten den Menschen helfen, ihre Zeit wertvoll und sinnvoll - also im Hinblick auf das Ziel des Menschen, das geglückte Leben, - zu gestalten. Im Anschluss daran wurden von Professor Hartmann einige Kriterien für das "freizeitpastorale Handeln der Kirche" dargestellt. Dabei werde die Pastoral zunächst vom christlichen Grundverständnis des Menschen als Wesen der Freiheit geleitet: Was ist die Primärmotivation des kirchlichen Handelns? - Möchte ich mit meinem Speck nur "Mäuse fangen", oder eröffnet Kirche dem Menschen die Möglichkeit "zur mündigen Gestaltung seiner sinnvollen Zeit?" Freizeitpastoral diene, so daran im Anschluss, der Gemeinschaftsbildung und fördere idealerweise die Motivation zu diakonischem Handeln: "Freizeitpastoral kann Menschen in neue Erfahrungsräume führen und Prozesse einleiten, die sie für die Not der Menschen sensibilisieren." Freizeitarbeit sei elementar auch Bildungsarbeit, so Hartmann weiter. Um zu leben brauche es mehr als nur schulisch oder anderweitig vermitteltes Wissen. Der Mensch benötigt auch solche Kompetenzen, die allgemein als "sozial" bezeichnet werden: Wertorientierung, Horizonterweiterung, Gewissensbildung und Lernen der Verantwortlichkeit für die Schöpfung  und religiöse Bildung. All das seien Aspekte, die eine Freizeitpastoral im Sinne einer "Humanen Bildung" fördern könne. Schließlich, und so schloss der Vortragende, müsse Zeit immer wieder als Zeit vor Gott und somit als Gnadenzeit verstanden werden: "Gegen alle Organisation von Freizeit bringen wir daher in den gesellschaftlichen Diskurs die Wirklichkeit der Präsenszeit vor Gott ein, jeder zweckfreien Zeit der Stille, des Hörens auf Gott und der Anbetung, die nicht wieder verzweckt wird, die keine Zeit ist, die gebraucht und verbraucht wird."  Eine Trauerkantate von Johann Sebastian Bach spricht dann auch: "Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit. In ihm leben und sind wir."

Siehe auch hier: Presse

Online-Veröffentlichung

  Fotos: Wluka

 

 Wintersemester 2007 / 2008

 Wunder gibt es immer wieder

Die Evangelien bezeugen, dass Jesus durch Wunder unterschiedlichster Art Aufsehen erregt hat. Nach dem Johannes Evangelium sind die Wunder „Zeichen“ der mit Jesus angebrochenen Gottesherrschaft. Von den Augenzeugen dieser Wunder kamen jedoch nur manche zum Glauben, andere hatten offensichtlich Zweifel. Auch heute noch reagieren Menschen auf Heilungswunder oder andere wunderbare Erscheinungen sehr unterschiedlich, sowohl auf die von Jesus berichteten Wunder als auch auf in heutiger Zeit immer wieder geschehende Heilungen oder von manchen Menschen berichtete wunderbare Erscheinungen. Für das Kontaktstudium konnten wir Experten aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen gewinnen, die sich mit den Wundern Jesu und psychologischen Erklärungen für wunderbare Heilungen und Erscheinungen befasst haben. Auf der durch sie gelegten Basis kann dann sicherlich leichter die Frage beantwortet werden, ob es vernünftig ist, an Wunder zu glauben. Welche Gedanken sich Kinder über Wunder machen und wie man angemessen mit ihnen darüber sprechen kann, wird am letzten Abend zur Diskussion stehen. 

Prof. Dr. Dr. Bernd Willmes

 

Die Vorträge

 

30. Oktober 2007

Die Wunder Jesu und zentrale Aspekte ihrer Wirkungsgeschichte

Prof. Dr. Bernd Kollmann, Siegen

Gerade in der heutigen Zeit sind die Menschen auf der Suche. Dabei ist die Frage "Gibt es Wunder immer wieder?" aktueller denn je? Dies zeigte die große Resonanz zu Beginn des diesjährigen Kontaktstudiums im Wintersemester der Theologischen Fakultät Fulda. Am Dienstag dem 30. Oktober konnte Rektor Prof. Dr. Richard Hartmann daher im vollbesetzten Auditorium Maximum der Theologischen Fakultät viele interessierte Hörerinnen und Hörer begrüßen, und mit dem Siegener Exegeten für Neues Testament Prof. Bernd Kollmann gleich zum Auftakt der abendlichen Vorlesungsreihe einen besonderen Gast begrüßen. Gerade in der biblischen Forschung sei, die Ökumene weiter als an anderer Stelle, so Hartmann -  Prof. Kollmann ist evangelischer Theologe.

Nach streng naturwissenschaftlichen Kriterien, so führte Kollmann in seinem Vortrag aus, könne von einem Wunder nur gesprochen werden, wenn Etwas den Gesetzen der Natur zuwider laufe und von der aufgeklärt-kritischen Vernunft nicht nachvollzogen werden könne. Gleichzeitig sei das Wunder Ort und Begebenheit, in dem oder der man Sein und Wirkung der göttlichen Kraft in gebündelter Weise erfahren könne. In diesem Sinne seien die Wundergeschichten ein überaus wichtiger Teil der Jesustradition der in der Quantität sogar Gleichniserzählungen hinter sich lasse. Innerhalb der Wundergattung, so Prof. Kollmann weiter, werden Heilungswunder oder auch die Exorzismen (Austreibung böser Geister) als Ausdruck des Rückbezugs auf das historische Wirken Jesu verstanden, wohingegen Rettungs- oder Naturwunder (z.B. "Brotvermehrung")  vom österlichen und nachösterlichen Glauben geprägt sind. Bei ihnen könne nach exegetisch-wissenschaftlichen Kriterien an einer Geschichtlichkeit gezweifelt werden. Sie seien vielmehr als theologische Lehrerzählungen und noch mehr als Zeugnisse des Glaubens zu verstehen, eben in dem Sinne, dass in ihnen Sein und Wirklichkeit Gottes sowie der Glaube an den Auferstanden wahrhaftig zum Ausdruck kommen.

In der Tradition alttestamentlicher und antiker Wunderberichte manifestiere sich in den neutestamentlichen Wundererzählungen das mit Jesus wahrhaft anbrechende Gottesreich und die Zusage des Heils für die Menschen. Wunder seien damit für den Menschen Hoffnung und Gewissheit zugleich. Nach der Darstellung einiger neuzeitlicher Kritik am Wunderglauben (Hume, Bultmann) fragte Prof. Kollmann dann erneut nach der Bedeutung, die der Wunderglaube auch für den modernen Menschen haben können. Auch wenn Wunder als Projektion eigener Sehnsüchte verstanden würden, so habe das keine nur negative, sondern eine überaus positive Wirkung. Mit dem Heidelberger Exegeten Gerd Theißen könnten Wunder dadurch neue Kräfte zur Veränderung der aktuellen Situation freisetzen und so die Lebenswirklichkeit des Menschen nachhaltig beeinflussen. Das sei auch der Grund, und damit schloss Kollmann, dass die Wundererzählungen bei aller, auch wissenschaftlichen, Unklarheit, nichts von ihrer Wirkung verlieren müssten.

Presse

 

6. November 2007

Jesus – ein umstrittener Exorzist

Prof. Dr. Martin Ebner, Münster

Jesus – ein umstrittener Exorzist? - diese provokante Frage stellte der Münsteraner Neutestamentler Prof. Dr. Martin Ebner im Rahmen seines Vortrages zum diesjährigen Kontaktstudium. Ebner arbeitet schwerpunktmäßig im Bereich der historischen Jesusforschung. Dass Jesus exorzistisch gewirkt habe sei in der Forschung unumstritten, so Ebner. Gleichwohl verlange dieses manchmal schwierige Rätsel nach einer Lösung.

Wie sein gesamtes Wirken, so seien auch die sog. Dämonenaustreibungen ganz von Jesu innerstem Anliegen her zu sehen: von der Überzeugung und Verkündigung der anbrechenden Gottesherrschaft. Dabei sei der Begriff der Dämonenaustreibung Ausdrucksmöglichkeit der damaligen Zeit für all die erlösenden Erfahrungen der Befreiung, die die Menschen in und mit  Jesus Christus gemacht haben. „Die Dämonenaustreibung ist eine Predigt ohne Worte.“ - Predigt und Zusage der schon im Hier und Jetzt wirksamen Macht Gottes. Das ist Ausgangspunkt und zugleich Ergebnis der Überlegungen, denen sich die Analyse der entsprechenden Stelle aus dem Neuen Testament – immer mit dem Blick in den antiken und hellenistischen Kontexte, in denen Die Exorzismen stehen – anschloss. Am Ende, so Ebner, komme es darauf an, wie die Jesus verstanden werde. Nicht dass er Dämonen austreibt wird in seiner seit kritisiert, sondern in wessen Namen (im Namen Gottes oder des Teufels?). Glaube ich Jesu Interpretation der Welt? Äußert sich diese Zustimmung dann auch in den äußeren Formen meines Lebens? Wie steht es um meine Bereitschaft, zunächst Befremdliches integrieren zu wollen, anstatt zu dämonisieren?

Paper

 

13. November 2007

Wer auf Dauer und im Ganzen heilt – hat Recht! Neuropsychiatrische, psychoanalytische und pastoralmedizinische Anmerkungen zu so genannten Heilungswundern

Prof. Dr. Ulrich Niemann SJ, Frankfurt/M.

"Willst du wirklich gesund und heil werden?". Diese Frage war ein Kerngedanke des Vortrages von Prof. Dr. Ulrich Niemann, SJ aus Frankfurt. Seine Fragestellung im Zusammenhang des Wunderglaubens bezog sich auf die verschiedenen Aspekte der sog. Pastoralmedizin. Sie ist ein Dienst und Angebot von Theologie und Philosophie an die theoretische und praktische Medizin. Hier wird ihr und damit dem hilfesuchenden Menschen angeboten, sich in der Sorge um die Seele, um Heil und Heilung (daher "Seel-Sorge") an das Angebot von Glaube, Kirche und letztlich Gottes selbst zu wenden.  Wunder sind  Ausdruck der ganzheitlichen Fürsorge; noch mehr: das Wunder ist Ausdruck dafür, dass der Mensch körperlich, seelisch und sozial heil werden kann, und von Gott her wirklich heil wird.

Presse

 

20. November 2007

„Wie wenig Lärm machen die wirklichen Wunder“ – religionspsychologische Beobachtungen

Dr. Markus Wasserfuhr, Köln

"Les miracles véritables, qu’il font peu de bruit! Les événements essentiels, qu’ils sont simples!" -

"Wie wenig Lärm machen die wirklichen Wunder." - Unter diesem Titel  aus Antoine de Saint-Exupérys' Brief an eine Geisel von 1943 referierte Dr. Markus Wasserfuhr aus Köln zur Wunderthematik unter einer religionspsychologischen Blickwinkel. Mit Hilfe des Modells der Phänomenologie des Gefühls nach Magda B. Arnold zeigte Wasserfuhr im wieder vollbesetzen Audimax auf, dass Veränderungen auf körperlicher Ebene (physiologisch) immer auch in Zusammenhang mit der psychischen Ebene stehen (kognitiv-affektiv).

 

27. November 2007

Ist es vernünftig, an Wunder zu glauben?

Prof. Dr. Dr. Jörg Disse, Fulda

Es gehört auch heute noch zum guten Ton in Theologie und Kirche in Deutschland, den Glauben an das tatsächliche Sichereignen von Wundern ein wenig mitleidig zu belächeln und für naiv zu halten. Eine echte philosophische Auseinandersetzung mit der Frage nach der Existenz von Wundern findet im Grunde genommen gar nicht mehr statt. Anders verhält es sich im angelsächsischen Raum, insbesondere in der angelsächsischen Religionsphilosophie. Die Debatte, die dort geführt wird, zeigt, dass die Frage: "Gibt es gute philosophische Gründe für die Existenz von Wundern?" keineswegs überholt oder endgültig beantwortet ist. Eine positive Antwort auf diese Frage, der sich Prof. Disse im Wesentlichen anschloss, gibt der englische Religionsphilosoph Richard Swinburne, dessen Ansatz in Auseinandersetzung mit der Wunderkritik von David Hume dargestellt wurde. Für Swinburne sind Wunder, die als geschichtlich ausgegeben werden, vernünftigerweise als tatsächlich geschehene Ereignisse anzusehen, wenn sie historisch ebenso gut bezeugt sind, wie die Naturgesetze empirisch begründet sind, denen sie als Wunder widersprechen.

Presse

 

4. Dezember 2007

Das Wunder der „zwei Naturen“ in Jesus – Einblicke in das theologische Denken 10- und 11-Jähriger und Konsequenzen für die Unterrichtspraxis

Prof. Dr. Petra Freudenberger-Lötz, Kassel

Mit einem interessanten Beitrag von Frau Prof. Dr. Petra Freudenberger-Lötz endete das Kontaktstudium dieses Semesters. Ein Kurzbericht über diesen Beitrag folgt.

 

 

Sommersemester 2007

 

Die aktuelle Vorlesungsreihe hatte mit dem Vortrag von Prof. Dr. Werner Kathrein (Fulda) über Elisabeth als Fuldaer Heilige begonnen. Am Dienstag dem 15. Mai sprach Diözesanbaumeister Dr. Burghard Preusler (Fulda) zu dem Thema "Die heilige Elisabeth, kein Thema für eine zeitgenössische Kunst?". Prof. Dr. Peter Schallenberg (Fulda) referierte am 22. Mai über die Relevanz des Dienstes der Heiligen unter heutigen Bedingungen: „Elisabeth als Impuls? Diakonie im postmodernen Sozialstaat“. Den Abschluss der Vorlesungsreihe bildete am Dienstag dem 29. Mai Dr. Paul Lang mit seinem Vortrag „Elisabethverehrung im 19. Jahrhundert - Oratorium "Die heilige Elisabeth" von Heinrich Fidelis Müller".

Wir bedanken uns herzlich für die rege Teilnahme an den Veranstaltungen und hoffen, dass die Impulse fruchtbar sein werden für das Elisabethjahr und auch für jeden ganz persönlich.

 

 Heilige Elisabeth – Theologische Spurensuche

Den 800. Geburtstag der heiligen Elisabeth von Thüringen nimmt die Theologische Fakultät Fulda zum Anlass, der Wir­kungsgeschichte der großen Heiligen des 13. Jahrhunderts aus unterschiedlichen Perspektiven nachzuspüren. Obwohl die Elisabethverehrung bereits unmittelbar nach dem Tode der Heiligen in Marburg begann, spielte Elisabeth von Thüringen unter den Heiligen, die in der Kirche von Fulda verehrt wurden, weder in den Zeiten des Hochstifts noch bei der Bistumsgrün­dung im Jahre 1752 eine Rolle. Erst im Laufe des 19. Jahrhun­derts begann die Elisabethverehrung in der Diözese Fulda und erst seit 1976 ist die heilige Elisabeth von Thüringen offiziell die zweite Patronin des Bistums. Von daher stellt sich die berechtigte Frage, ob Elisabeth als „eine Fuldaer Heilige“ bezeichnet werden kann. Bei der Heiligenverehrung und damit auch in der Frömmigkeitsgeschichte spielen Darstellungen der Kunst eine wesentliche Rolle. Exemplarischen Darstellungs­formen des Lebens und Wirkens der heiligen Elisabeth nach­zuspüren, diese aus kunsthistorischer und vor allem aus theologischer Perspektive zu deuten, ist ein weiterer Schritt der „Spurensuche“. Die Vorträge des Kontaktstudiums sollen sich jedoch nicht auf geschichtliche Hinweise und Erinnerun­gen begrenzen, vielmehr soll das Gedenken an Elisabeth auch als kritische Anfrage an gesellschaftliche Wirklichkeiten ver­standen werden. Unsere heutige Gesellschaft braucht nämlich nicht nur Gerechtigkeit, sondern „auch Barmherzigkeit und Solidarität für jene, die nicht mit dem Leben zurechtkommen“, schreiben die Bischöfe Algermissen und Wanke im gemein­samen Hirtenwort zur Eröffnung des Elisabethjahres. Deshalb ist zu fragen, ob aus dem historischen Wirken der Heiligen Impulse für das diakonische Wirken im postmodernen Sozial­staat „ableitbar“ sind. Das Elisabethjubiläum 2007 wird von Christinnen und Christen beider Konfessionen gefeiert, zum Teil auch mit gemeinsamen Veranstaltungen. Viele Menschen werden in diesem Jubiläumsjahr zu den deutschen und un­garischen Gedenkstätten der sympathischen Heiligen pilgern. Könnte Pilgern, als asketische Übung gelebte christliche Frömmigkeit, in eine ökumenische Spiritualität einüben? Gewiss eine schwierige, aber durchaus spannende Frage.

 

 

 8. Mai 2007, 19.30 Uhr

 

Prof. Dr. Werner Kathrein (Fulda)

 „Elisabeth von Ungarn und Thüringen – eine Fuldaer Heilige?“

 

  15. Mai 2007, 19.30 Uhr ÄNDERUNG!

 

Diözesanbaumeister Dr. Burghard Preusler (Fulda)

"Die heilige Elisabeth, kein Thema für eine zeitgenössische Kunst?"

Der Vortrag von Prof. Dr. Max-Eugen Kemper (Fulda/Rom) muss wegen Krankheit entfallen.

 22. Mai 2007, 19.30 Uhr

 

Prof. Dr. Peter Schallenberg (Fulda) 

„Elisabeth als Impuls? Diakonie im postmodernen Sozialstaat“

 

 29. Mai 2007, 19.30 Uhr ÄNDERUNG!

 

Dr. Paul Lang

 Elisabethverehrung im 19. Jahrhundert - Oratorium "Die heilige Elisabeth" von Heinrich Fidelis Müller"

Der Vortrag von Bischof em. Prof. Dr. Christian Zippert (Marburg) muss wegen Krankheit entfallen.

Flyer und Information

 Wintersemester 2006/2007

 Ist mit dem Tod alles aus? Antworten aus christlicher Sicht
 

Die Frage, ob mit dem Tod alles aus ist, bewegt die Menschen meist, wenn sie von einem lieben Menschen Abschied nehmen müssen oder aufgrund ihres Alters oder einer schweren Krankheit dem Tod entgegensehen.

Christen bekennen im Apostolischen Glaubensbe­kenntnis „Ich glaube an… die Auferstehung der Toten und das ewige Leben“ und verneinen damit diese jeden Menschen bedrängende Frage. Doch manche Christen neigen auch der Wiedergeburtslehre zu und beantworten damit die Eingangsfrage, obwohl diese Lehre nicht den Aussagen der Heiligen Schrift entspricht. Das Kontakt­studium geht von der im Alten Testament bezeugten Entwicklung der Jenseitserwartungen aus, befasst sich mit der Antwort des christlichen Glaubens auf die Frage, was wir über den Tod hinaus von Gott erhoffen dürfen, in Abgrenzung zur Wiedergeburtslehre und endet mit der trostvollen Botschaft des Neuen Testaments in der Apokalypse des Johannes – ohne zu beanspruchen, auf alle Fragen nach „den letzten Dingen“ eine Ihre Neugier befriedigende Antwort zu geben.

 

31. Oktober 2006, 19.30 Uhr

 

Jahwes Macht über die Scheol – Zur Entwicklung der Jenseitserwartung im Alten Testament.

Professor Dr. Dr. Bernd Willmes (Fulda)

 

7. November 2006, 19.30 Uhr

 

Indizien für Reinkarnation? – Kritische Überlegungen aus christlicher Sicht

Privatdozent Dr. Werner Thiede (Neuhausen)

 

14. November 2006, 19.30 Uhr

 

Sind wir nur einmal auf Erden? – Christlicher Glaube vor der Herausforderung durch die Wiedergeburtslehre –

Professor Dr. Medard Kehl SJ (Frankfurt/M.)

 

21. November 2006, 19.30 Uhr

 

Mysterium der Verwandlung. Das Verständnis des Todes in der neueren Eschatologie.

Professor Dr. Josef Wohlmuth (Bonn)

 

28. November 2006, 19.30 Uhr

 

„Gott wird alle Tränen abwischen“ (Offb 21,4). Anmerkungen zum Gottesbild der Apokalypse

Professor Dr. Christoph Gregor Müller (Fulda)

 

5. Dezember 2006, 19.30 Uhr

 

Antrittsvorlesung

von Herrn Professor Dieter Wagner (Fulda)

„Sterben Äpfel auch?“ – Theologisieren mit Kindern im Religionsunterricht

 

Einladung, Information, Programm, Anmeldung zum Download (pdf)

 

Sommersemester 2006

 Hrabanus Maurus in seiner Zeit

Die Theologische Fakultät Fulda bietet in jedem Semester eine Ringvorlesung zu besonders aktuellen Themenbereichen als Kontaktstudium an, zu denen Priester und Laien, Seelsorger und Religionspädagogen, sowie alle an diesen Fragen Interessierten eingeladen sind. Gebühren werden für das Kontaktstudium nicht erhoben. Es können auch einzelne Vorlesungsveranstaltungen besucht werden. Den Teilnehmern der gesamten Vorlesungsreihe wird auf Anfrage ein Zertifikat ausgestellt.

Im Gedenkjahr des Hl. Hrabanus Maurus, 1150 Jahre nach seinem Tod, widmet die Theologische Fakultät Fulda das Kontaktstudium im Sommersemester 2006 ihrem berühmten Patron. Obwohl von Konflikten nicht verschont, stand das Kloster Fulda unter Hrabans Regierung in seiner größten Blüte; die Klosterschule wurde unter seiner wissenschaftlichen Leitung das geistige Zentrum des ostfränkischen Reiches.

 Die öffentlichen Vorträge beleuchten Person und Wirken dieses großen Gelehrten ebenso wie seinen Kontext, teils in theologie-, teils in kirchengeschichtlicher Perspektive, unter wirtschafts- wie unter wissenschaftshistorischen Aspekten. Jeder von ihnen will einen anderen Zugang vermitteln zu einer Epoche, in der das Ansehen Fuldas weiter strahlte denn je.

 2. Mai 2006

Hrabanus Maurus als Abt des Reichsklosters Fulda

Prof. Dr. Werner Kathrein (Fulda)

 9. Mai 2006

Zur wirtschaftlichen und rechtlichen Entwicklung des Klosters Fulda unter Hrabanus Maurus

Dr. Berthold Jäger (Fulda)

 16. Mai 2006

Autorität und Vernunft. Der Methodenstreit in der karoling. Theologie und in der Theologie des 11. Jh.

Prof. Dr. Bernd Goebel (Fulda)

 23. Mai 2006

Hrabanus Maurus in der Bibliothek. Ein Wissenschaftler bei der Arbeit

 Prof. Dr. Marc-Aeilko Aris (München/Fulda)

06. Juni 2006 Anlässlich der Verleihung des Josef-Leinweber-Preises

Fulda, eine heilige Stadt. Hrabanus Maurus und die Reliquientranslationen

Dr. Janneke Raaijmakers (Amsterdam)